Von der Berufsschule auf die Baustelle: Einblicke ins St. Ulrichswerk
Von links nach rechts: Mareike Meyer, Theresa Müller, Jasmin Marker, Mario Höll, Nicola Fischer-Vulpe, Marie Lukas, Melina Gaugenrieder

Von der Berufsschule auf die Baustelle: Einblicke ins St. Ulrichswerk

In der letzten Woche besuchten der Geschäftsführer des St. Ulrichswerk, Mario Höll, und die kaufmännische Objektmanagerin, Jasmin Marker, das Staatliche Berufliche Schulzentrum Neusäß. In zwei Klassen von angehenden Immobilienkauffrauen und Immobilienkaufmännern stellten sie das St. Ulrichswerk vor. Rund 50 Schülerinnen und Schüler waren dabei.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die folgenden Fragen: Was macht das St. Ulrichswerk? Worin unterscheidet sich der Auftrag von anderen Unternehmen der Immobilienwirtschaft? Und wie sieht die Arbeit in der Praxis aus? Geschäftsführer Mario Höll gab den Schülerinnen und Schülern zunächst einen Einblick in das Unternehmen, dessen Werte und besonderen Auftrag: bezahlbaren Wohnraum schaffen, Verantwortung übernehmen und Immobilien mit Blick auf die Menschen entwickeln und bewirtschaften. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der EOF, der einkommensorientierten Förderung.

Jasmin Marker stellte anschließend den Bereich Objektmanagement vor und ging auch auf die Ausbildung beim St. Ulrichswerk ein. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig der Beruf der Immobilienkauffrau bzw. des Immobilienkaufmanns ist: von Vermietung und Mieterbetreuung über organisatorische Abläufe bis hin zum Zusammenspiel mit Technik, Instandhaltung und Bau.

Nach der Präsentation blieb Zeit für eine kleine Fragenrunde. Einige Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld eingereicht, so zum Beispiel zum Vermietungsprozess, zu aktuellen Projekten in Augsburg, zum Arbeitsalltag im Objektmanagement, zu Ausbildungsmöglichkeiten und dazu, was das St. Ulrichswerk besonders macht. Damit wurde deutlich: Die Themen aus der Ausbildung sind nah an der Praxis – und genau dieser Austausch macht den Blick auf das Berufsfeld noch konkreter.

Mario Höll: „Mit unserem Besuch wollen wir zeigen, dass Immobilienwirtschaft nicht abstrakt ist. Es geht um Menschen, um Verantwortung und um die Frage, wie guter Wohnraum – Lebensraum – entsteht.“

Und Schulleiter Rainer Bartl ergänzt: „Das St. Ulrichswerk hat sehr anschaulich gezeigt, wie vielfältig die Immobilienwirtschaft ist – von der sozialen Verantwortung über die Vermietung bis hin zur konkreten Baustelle. Genau solche Begegnungen helfen jungen Menschen, ihren Beruf noch besser zu verstehen und einzuordnen.“

Live vor Ort

Am Nachmittag ging es für beide Klassen direkt in die Praxis: auf die Baustelle in der Wolframstraße. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler drei sehr unterschiedliche Perspektiven auf ein Wohnprojekt kennenlernen: eine Wohnung aus dem ursprünglichen Bestand der 1950er-Jahre, eine moderne, leerstehende Neubauwohnung aus dem ersten Bauabschnitt, die ab 2014 vermietet wurde, sowie den Rohbau einer Rollstuhlwohnung im dritten Bauabschnitt. Die Fertigstellung ist hier für 2027 geplant.

Im Rohbau übernahm Mareike Meyer, die verantwortliche Baubetreuerin, die fachliche Einordnung. Sie erklärte die Besonderheiten der einzelnen Gewerke, ging auf das Grundstück ein und gab einen anschaulichen Einblick in das Zusammenspiel von Planung, Ausführung und den vielen Details, die später im fertigen Gebäude kaum noch sichtbar sind.

Klassenleiterin Nicola Fischer-Vulpe fasst den Tag so zusammen: „Für unsere Auszubildenden war der Besuch des St. Ulrichswerks eine sehr gelungene Verbindung aus Theorie und Praxis. Besonders spannend war, dass die Themen aus der Präsentation am Nachmittag auf der Baustelle direkt greifbar wurden – vom geförderten Wohnraum über das Objektmanagement bis zu den baulichen Anforderungen. Das macht Ausbildung lebendig. Und greifbar.“